Interviews

Zahnarzt U. P. Saxer:
«Der hydrodynamische Effekt ist wie ein Bergbach»

Zusammen mit CURAPROX hat Prof. Saxer jetzt einen Bürstenkopf entwickelt, der den Vorteil der Schalltechnologie noch besser nutzt. Prof. Saxer wird Forschungsprojekte weiter vorantreiben, um Schallzahnbürsten noch besser zu machen.

Zahnarzt U. P. Saxer: «Der hydrodynamische Effekt ist wie ein Bergbach»

Prof. Saxer, als Mitinitiator der «Taskforce Schall-Hydrodynamik» haben Sie sich intensiv mit Schallzahnbürsten beschäftigt. Was ist der Vorteil von Schallzahnbürsten gegenüber Handzahnbürsten?
Prof. Saxer: Handzahnbürsten mögen noch so weich sein: Viele Leute üben so viel Druck auf Zähne und Zahnfleisch aus, dass Putzschäden unvermeidlich sind. Mit einer Handzahnbürste richtig zu putzen, das muss man lange üben. Auch viele Dental-Profis können das nicht richtig. Schallzahnbürsten auf der anderen Seite sind äusserst einfach zu bedienen: Einfach an den Zahn halten, völlig ohne Druck. Man braucht gar keine Bewegung zu machen, die Schallzahnbürste macht fast alles allein. Die Verletzungsgefahr ist gleich null, und Zähne und Zahnfleischsaum werden effizient, sicher und wirksam gereinigt.

Es gibt auch Elektrozahnbürsten mit oszillierenden Borsten. Was ist von denen zu halten? Wie unterscheiden sich diese von Schallzahnbürsten?
Der Zahnarzt setzt für die professionelle Reinigung oder Politur rotierende Kelchbürsten ein. Er achtet sorgfältig darauf, dabei das Zahnfleisch nicht zu verletzen. Deswegen verwenden die handelsüblichen mechanisch-elektrischen Zahnbürsten oszillierend Hin- und Herbewegung des kleinen Rundkopfes. So wird die Gefahr von Zahnschäden gegenüber den rotierenden Bürsten massiv reduziert. Dieser Typ von Zahnbürsten reinigt überaus effektiv. Sie bergen jedoch ein beachtliches Potential von Putzschäden, vor allem dann, wenn die Anwender stark anpressen, häufig und lange bürsten. Schäden an Zahnfleisch und Zahnhälsen sind die Folge. Die Schallzahnbürste birgt diese Gefahr nicht, weil deren Bewegungen beim Anpressen erlahmen. Der Vorteil der Schallzahnbürste liegt neben der normalen mechanischen Wirkung in der hydrodynamischen Reinigungswirkung. Die Borsten treiben die Mundflüssigkeit in Ritzen und zwischen die Zähne, wo die Borsten nicht hinkommen.

Was ist der hydrodynamische Effekt?
Der hydrodynamische Effekt ist wie ein Bergbach. Das kann man sich so vorstellen: Im Mund entsteht ja beim Zähneputzen ein Speichel-Wasser-Zahnpasten-Gemisch, und die Schallzahnbürste macht aus diesem Gemisch sozusagen einen wilden Bergbach mit vielen Schnellen und Fällen. Denn mit ihren weit über 30'000 Bewegungen pro Minute erzeugt die Schallzahnbürste in diesem Speichel-Wasser-Zahnpasten-Gemisch unglaublich starke Turbulenzen. Und diese Turbulenzen sorgen dafür, dass dieses Gemisch mit sehr hoher Geschwindigkeit auch auf diejenige Plaque trifft, die zwischen den Zähnen ist. So wird also Plaque auch dort weggeschleudert, wo die Borsten gar nicht hinkommen. Schallzahnbürsten reinigen also nicht nur da, wo die Borsten sind, sondern auch da, wo das Speichel-Wasser-Zahnpasten-Gemisch hingeschleudert wird. Das ist sehr hart für die Plaque, aber sehr sanft für Zähne und Zahnfleisch.

Was ist das Besondere an der CURAPROX Hydrosonic?
«Hydrosonic», das ist die Abkürzung für «hydrodynamische Schallzahnbürste», und die CURAPROX Hydrosonic trägt diesen Namen zu Recht: Sie hat einen sehr starken Motor, und so sorgt sie für eine sehr hohe Schwingungszahl. Der hydrodynamische Effekt kann deshalb voll ausgenutzt werden. Ausserdem hat die CURAPROX Hydrosonic einen Hydro-Power-Bürstenkopf mit Spezial-Borsten, und so, wie diese Borsten angeordnet sind, verstärken sie den hydrodynamischen Effekt: Das Speichel-Wasser-Zahnpasten-Gemisch kann Plaque auf Implantaten, zwischen den Zähnen und unter Brackets besonders gut zerstören. Gleichzeitig verfügt der Bürstenkopf auch über höher gestellte Borstenbüschel. Die sorgen dafür, dass der Abstand zwischen der Zahnoberfläche und den Borsten genügend gross ist. So können diese kürzeren Borsten frei schwingen und dem Speichel die gewünschte hydrodynamische Wirkung verleihen, während die längeren Borsten in die Nischen und Zahnzwischenräume hinein schlüpfen und dort mit über 30'000 Bewegungen pro Minute der Plaque kaum eine Chance geben.

Und was ist das Spezielle an den Borsten?
Die Borsten der meisten anderen Schallzahnbürsten, sogar derjenigen im oberen Preissegment, sind aus Nylon. Nylon ist relativ weich und nimmt sogar Wasser auf. Die Borsten der CURAPROX Hydrosonic hingegen sind aus CUREN®, und dank diesem Material sind sie wesentlich steifer, was ihre Federkraft erhöht. Diese Festigkeit erlaubt es, die Kraft, die die Hydrosonic entwickelt, voll an das Speichel-Wasser-Zahnpasten-Gemisch weiterzuleiten. Optimal also für den hydrodynamischen Effekt. Auch nehmen CUREN®-Borsten kein Wasser auf, und so bleiben Steifigkeit wie Federkraft auch in nassem Zustand erhalten. Das ist besonders wichtig für den hydrodynamischen Effekt, denn so wird die Schwingung fast verlustfrei an das Speichel-Wasser-Zahnpasten-Gemisch weiter gegeben. So entwickelt dieses Gemisch eine sehr starke Kraft, und es ist gleichzeitig sehr sanft gegenüber Zähnen und Zahnfleisch.

Wozu sind die Einkerbungen am Handteil der CURAPROX Hydrosonic?
Diese Einkerbungen helfen, die Hydrosonic im richtigen Winkel zu halten. Wichtig ist ja, die Schallzahnbürste im 45-Grad-Winkel anzusetzen, sie also zum Zahnfleisch hin zu halten, und zwar so, dass die eine Hälfte der Borsten auf den Zähnen, die andere Hälfte auf dem Zahnfleisch zu liegen kommt, ganz sanft. Stellen Sie sich einfach vor, Sie würden einen Geigenbogen führen, ganz ruhig, ohne Druck, fast ohne Bewegung. Diese Stellung sorgt dafür, dass auch der Zahnfleischrand und eventuelle Parodontaltaschen gereinigt werden. Diese Einkerbungen der CURAPROX Hydrosonic helfen also, richtig zu putzen. Das ist sehr einfach, aber äusserst hilfreich.

Diese Putztechnik beherrscht man also ziemlich schnell?
Ja, und Anfänger können die Reinigung im umgekehrtem 45-Grad-Winkel beginnen: Sie halten die Schallzahnbürste also nicht zum Zahnfleisch hin, sondern vom Zahnfleisch weg. Vielen Anfängern hilft das, sich an das leichte Kitzeln der Schallzahnbürste zu gewöhnen. Diesen Trick habe ich erst später herausgefunden, sonst wäre ich wohl sofort Fan von Schallzahnbürsten geworden. Fortgeschrittene halten die CURAPROX Hydrosonic zum Zahnfleisch hin und lassen die Bürste einfach einige Sekunden am Zahn arbeiten und gehen dann zum nächsten Zahn. Zu empfehlen ist auch eine leichte Kippbewegung, sodass die Borsten noch ein wenig in die Zahnzwischenräume gelangen. Aber nur eine Kippbewegung nach vorne, ganz sachte, und eine nach hinten, und auch die ganz langsam.

Für wen ist die CURAPROX Hydrosonic geeignet?
Die CURAPROX Hydrosonic ist für alle geeignet, die sicher gehen wollen, dass sie ihre Zähne wirklich gut reinigen, sogar für Kinder und Jugendliche. Hilfreich ist sie auch für Träger von Implantaten oder von Zahnspangen. Gerade Implantate und Zahnspangen müssen in all ihren Nischen ausserordentlich gut gereinigt werden, und am besten, sichersten und einfachsten geht das mit Schallzahnbürsten, insbesondere mit der CURAPROX Hydrosonic.

Der CURAPROX Hydrosonic sind Interdentalbürsten beigelegt. Warum?
Ein weiterer Vorteil von Schallzahnbürsten ist ja folgender: Dank des hydrodynamischen Effektes reinigen sie auch die Zahnzwischenräume, wenn die Schallzahnbürste an der Innen- und der Aussenseite angelegt wird. Die CURAPROX Hydrosonic macht das sogar besonders gut. Dennoch kann sich Plaque zwischen den Zähnen ansetzen, weil es immer kleine Nischen gibt, die auch von der besten Schallzahnbürste und trotz hydrodynamischem Effekt kaum erreicht werden. Wer also sicher gehen will, keine Karies und keine Zahnfleischentzündung zu bekommen, tut gut daran, die Zahnzwischenräume professionell zu reinigen. Das gilt vor allem, wenn man älter als 30 ist oder bereits an einer Zahnfleischentzündung litt oder sogar an Parodontitis oder Karies. Also, täglich einmal, am besten abends vor dem Zähneputzen, die Zwischenräume reinigen. Und das geht am besten mit den Interdentalbürsten CPS «prime», die ja auch von Dental-Profis verwendet werden. Es gibt sie in verschiedenen Grössen. Die Interdentalbürsten, die beigelegt sind, sind als Tester zu verstehen, als Aufforderung, das einmal zu probieren. Auf www.curaprox.com gibt es eine gute Anleitung. Beim Einführen darf die Bürste nicht weh tun, sie soll aber auch nicht einfach durch den Zahnzwischenraum schlüpfen. Man darf sie richtig spüren. Und dann einmal hin und einmal zurück, das genügt. Wichtig ist, dass man sich in der Zahnarzt- oder Dentalhygiene-Praxis beraten und die richtige Grösse für jeden Interdentalraum bestimmen lässt. Das ist ein kleiner Aufwand am Anfang, aber man ist dann sicher, dass man genau die richtigen Bürstchen verwendet.

Und die beigelegte Zahnpasta?
Die CURAPROX enzycal ist eine der wenigen Zahnpasten, die kein Sodium Lauryl Sulfat, also kein SLS, enthält. Deswegen schäumt sie nicht so stark und bindet weniger an den Oberflächen von Zähnen und Schleimhaut an. Das macht sie zu einer Schallzahnbürsten-freundlichen Zahnpasta: Das Speichel-Wasser-Zahnpasten-Gemisch bleibt leicht im Fluss, was gut ist für den hydrodynamischen Effekt. Aus dem gleichen Grund, weil also die CURAPROX enzycal auf SLS verzichtet, reizt sie die Mundschleimhaut nicht, sondern sie stärkt sie sogar. Die CURAPROX enzycal kann ich nur empfehlen.

Man erhält also mit der CURAPROX Hydrosonic ein ganzes Mundgesundheits-Set?
Ja, mit der CURAPROX Hydrosonic erhält man die wohl besten Hilfsmittel, um Zähne, Zahnfleisch, Zunge und Schleimhäute optimal zu pflegen.

Danke, Prof. Saxer.

Prof. Dr. med. dent. U. P. Saxer ist Gründer der ersten Schule für DentalhygienikerInnen der Schweiz und Leiter des Prophylaxezentrums Zürich (PZZ). Seit 1993 verfolgt Prof. Ueli Saxer die Entwicklung der Schallzahnbürsten. Selber hat er sich nur langsam von den Vorteilen dieser neuen Technologie überzeugen lassen: Einige Jahre wechselte er zwischen Handzahnbürste und Schallzahnbürste hin und her, und dann war seine Begeisterung geweckt.

Auf Vorschlag seiner Tochter, Frau Dr. med. dent. Claudia M. Saxer, Zahnärztin mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendzahnmedizin, gründete Prof. Saxer zusammen mit Prof. Dr. med. dent. Thomas Imfeld und Dr. med. dent. Hubertus van Waes 2008 die Initiative «Taskforce Schall-Hydrodynamik». Diese Taskforce setzt sich für ein Gütesiegel für hydrodynamische Bürsten ein.

 

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