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«Ein kleiner Bürstenkopf, ein Doppelwinkel – und so viele Anwendungsmöglichkeiten»

Kriens, September 2018 – Für Träger von Implantaten, festsitzenden Prothesen und Spangen ist eine besonders gute Mundgesundheit Pflicht. Die neue Zahnbürste CS 708 bringt Erleichterung, sie erreicht auch besonders enge und schwer erreichbare Stellen. Weshalb sie einen so kleinen Kopf und zwei Knicke hat: Dr. Hugo Roberto Lewgoy im Interview.

«Ein kleiner Bürstenkopf, ein Doppelwinkel – und so viele Anwendungsmöglichkeiten»

Dr. Hugo Roberto Lewgoy, Sie und Prof. Dr. Kirsten Warrer von der University in Aarhus, Dänemark haben an der Entwicklung der neuen Zahnbürste für Curaprox mitgearbeitet. Wie kam es dazu?

Bei der Arbeit an meinen Patienten ist mir aufgefallen, dass ihnen ein wichtiges Hilfsmittel zur Mundhygiene fehlt: Eine Zahnbürste, die an festsitzenden Prothesen und Implantaten reinigt. Effektiv und atraumatisch, also ohne zu verletzen. Hybridprothesen zum Beispiel, die mit Schrauben auf Implantaten befestigt sind, sind extrem schwer zu reinigen. Sie sind auf mehrere Implantate aufgeschraubt, also fest im Kiefer verankert. Und unter diesen Prothesen sammeln sich Bakterien besonders schnell, gute Hygiene ist gefragt. Das geht nur wenn die Borsten bis unter die Prothese reichen. Und das ist mit einer herkömmlichen Bürste kaum möglich. Deshalb habe ich der Curaden AG vorgeschlagen: Lasst uns gemeinsam diese Bürste entwickeln. So kam auch Kirsten Warrer dazu, sie ist Spezialistin für Parodontologie und hat schon andere Produkte mitentwickelt, zum Beispiel den Implant-Saver.

Wie läuft es ab, eine Zahnbürste zu entwickeln?

Erst habe ich mir überlegt, welche Eigenschaften die Zahnbürste braucht, damit sie ihren Zweck erfüllt. Ein sehr kleiner Bürstenkopf, das war klar. Dazu ein Doppelwinkel: je ein Knick an Griff und Kopf, so erreicht man den idealen Putzwinkel. Erfahrungsgemäss gleichen sich die Schwierigkeiten unserer Patienten, doch ihre Münder und Implantate sind sehr verschieden. Und diese eine Zahnbürste soll allen Patienten dienen.

Und dann, wie sind Sie vorgegangen?

Dann haben sich die Techniker der Curaden AG an die Arbeit gemacht und mehrere Prototypen entwickelt. Wir haben Texturen und Borstenlängen getestet – bis wir den einen Prototypen gefunden haben, der uns alle begeistert hat.

Im Frühling 2018 ist die «CS 708 implant | ortho» auf den Markt gekommen. Eine Spezial-Bürste – für welchen Zweck genau ist sie?

In der Anfangsphase arbeiteten wir an einer Zahnbürste für Implantologie-Patienten. Später haben wir erkannt, dass die CS 708 auch in der Kieferorthopädie sehr nützlich sein kann, hauptsächlich für die Reinigung festsitzender Apparaturen mit Lingualbügeln. Dank ihres kleinen Kopfes erreicht die CS 708 besonders schwer zugängliche Stellen. Auch, weil sie sich nach Bedarf biegen lässt.

Ersetzt die CS 708 die Einbüschelbürsten CS Single?

Nein, für die Reinigung am Sulcus bleibt die CS Single unentbehrlich. Die CS 708 sieht zwar ähnlich aus, langer Griff und kleiner Kopf, doch sie eignet sich für Implantate, festsitzende Prothesen, Drähte und Brackets.

Zahnbürsten von Curaprox haben alle unglaublich viele Borsten, einen ziemlich kleinen abgewinkelten Kopf, oft einen Achtkant-Griff. Wie ist das bei der CS 708?

Der Achtkantgriff, wie wir ihn von den klassischen Curaprox-Zahnbürsten kennen, ist ein Hingucker. Doch wichtiger als das Design ist seine Funktion; dank ihm lässt sich die Zahnbürste im 45-Grad-Winkel auf die Zähne aufsetzen, Bass-Technik, Sie wissen schon. Bei der CS 708 ist der Griff flacher, ähnlich wie bei der CS Single, griffig soll er sein, damit die Zahnbürste gut in der Hand liegt. Das ist die Voraussetzung, um gut und sicher an festsitzenden Prothesen zu reinigen. Der Bürstenkopf der CS 708 ist klein, jedoch mit sieben Bürstenbüscheln besetzt. Die Filamente sind aus Curen® zu 0.12 mm, also besonders fein. Borsten, Kopf und Griff machen es möglich, auch unter Prothesen und Implantaten zu reinigen.

Wie reinigt man mit der CS 708 richtig?

Setzen Sie die CS 708 auf einer Seite des Implantats oder der Prothese an. Bewegen Sie die Bürste mit kleinen Rüttelbewegungen hin und her, vor und zurück, so dass sich der Kopf bewegt und die Filamente unter die Apparaturen reichen. Führen Sie die CS 708 mit feinen, sanften Rüttelbewegungen dicht der Apparatur entlang, von der einen Seite bis zur anderen Seite.

Die Mundgesundheit ist auf einem guten Weg, sogar Parodontitis ist rückgängig, wie die «Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V)»* zeigt. Was empfehlen Sie für eine noch bessere Mundgesundheit? Mehr Fluorid? Bessere Ernährung? Mehr Interdentalreinigung? Kinder noch besser schulen?

Heute ist gewiss: Mundkrankheiten, insbesondere Karies und Zahnfleischerkrankungen, können durch die mechanische Desorganisation des Biofilms vollständig verhindert werden. Auch Parodontitis ist dank guter Mundhygiene rückläufig. Doch es gibt keine Behandlung, die die korrekte Mundhygiene überflüssig macht. Die CS 708 zum Beispiel hilft, Zahnfleischentzündungen und Peri-Implantitis zu vermeiden. Das ist die Philosophie von Curaprox, die mich so begeistert: Curaprox bietet Menschen die richtigen Tools, um ihre Zähne gesund zu halten. Es ist bekannt, dass unsere Mundgesundheit eng mit der allgemeinen Gesundheit zusammenhängt. Eine gute Mundhygiene kann systemische Erkrankungen verhindern oder stabilisieren. Curaprox kümmert sich ernsthaft um unsere Gesundheit und verfolgt ihr Ziel, den Menschen eine bessere Gesundheit zu bieten. Und ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist eine perfekte Mundgesundheit. Ich bin überzeugt, dass Interdentalbürsten sehr wichtig sind, um dieses Ziel zu erreichen. Ja, alle sollten sie verwenden, auch Kinder. Gerade Gewohnheiten, die wir bereits im frühen Alter erlernen, halten wir oft ein Leben lang bei.

Also mehr Interdentalbürsten?

Ja, und nicht nur für Patienten mit Zahnfleischerkrankungen, sondern für alle. Wenn man Interdentalbürsten in der täglichen Routine verwendet, verschwinden Mundkrankheiten. Man könnte sagen: Das Leben wird besser.

Zeitgleich mit der CS 708 hat Curaprox eine neue Zahnpasta auf den Markt gebracht: in knallig bunten Tuben und sechs aussergewöhnlichen Geschmacksrichtungen, alle mit Glucose-Oxidase, Hydroxylapatit, Fluorid und Kräutern. Was halten Sie von der BE YOU? Haben Sie sie schon ausprobiert?

Grundsätzlich sehe ich Zahnpasta nicht als Hauptdarsteller, wenn es ums Zähneputzen geht, eher als Nebendarsteller. Sie unterstützt, verstärkt und motiviert. Doch, wir haben es schon angesprochen, die mechanische Störung des oralen Biofilms ist entscheidend. Und dazu braucht es die vielen Zahn- und Interdentalbürsten, die Zungenschaber und neu auch die CS 708. Zahnpasta sorgt für frischen Atem, sie macht das Zähneputzen angenehm. Ja, ich habe BE YOU probiert...

Ihr Favorit?

...«Pure Happiness», der Name sagt alles. Doch noch mehr beeindruckt mich die Rezeptur: Nur Inhaltsstoffe, die Zähne und Zahnfleisch stärken. Es gibt in dieser Zahnpasta keine Stoffe, die das Zahnfleisch unnötig reizen. BE YOU setzt auf geringe Abrasivität. Für uns Dentalprofis ist es wichtig, dass wir unsere Patienten befähigen und motivieren, ihre Mundhygiene in die eigene Hand zu nehmen. Bunte Zahnbürsten und jetzt auch die passenden Zahnpasten unterstützen uns dabei. Sie helfen, die Motivation aufrecht zu erhalten und so die Mundgesundheit zu stärken.

Danke für das Gespräch, Dr. Lewgoy.

 

 

Über Hugo Roberto Lewgoy

Prof. Dr. Hugo Roberto Lewgoy (DDS, MSc, PhD) ist Spezialist für ästhetische und restaurative Zahnheilkunde, forscht als Wissenschaftler am Nuclear Institute of Energy in Brazil (IPEN/CNEN) und unterrichtet als Professor Vertiefungskurse in Zahnheilkunde an der São Leopoldo Mandic (SLMANDIC) in Brasilien. Ausserdem ist er seit 2011 zertifizierter iTOP-Lecturer und -Instructor. Lewgoy ist Mitglied des International Team of Implantology (ITI) und der International Association for Dental Research (IADR).

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