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Bakterien – die Invasion im Mund

Karies, Gingivitis, Parodontitis – zahnmedizinische Fachbegriffe sind in aller Munde. Was diese Begriffe bedeuten?

Nützliche Helfer - Karies, Gingivitis, Parodontitis – zahnmedizinische Fachbegriffe sind in aller Munde. Was diese Begriffe bedeuten?

Rund 50 Milliarden Bakterien bevölkern die Mundhöhle des Menschen. Die gefährlichste Art sind die Streptokokken. Sie fühlen sich am wohlsten in den Belägen, die auf der Zahnoberfläche haften, und ernähren sich hauptsächlich von Zucker. Dabei entstehen organische Säuren, welche die harte, rund 2,5 Millimeter starke Schutzschicht aus Zahnschmelz auflösen. Dringen die Keime bis zum Zahnbein (Dentin) vor, so können Löcher in den Zähnen entstehen. Ohne Behandlung entzündet sich das Zahnmark (Pulpa); heftige Schmerzen sind die Folge.

Nützliche Helfer - Zuckerhaltige Speisen vermeiden

Zuckerhaltige Speisen vermeiden

Solche Karies auslösende Bakterien siedeln sich gerne in den Nischen auf der Kaufläche, in den Zahnzwischenräumen und am Zahnfleischsaum rund um die Zähne an – also durchwegs an Stellen, von denen sie nur schlecht zu entfernen sind und wo sie sich ziemlich ungestört entwickeln können.

Weil die Bakterien Kohlenhydrate in Säure umwandeln, wird Kariesbildung durch Süssigkeiten, Lebensmittel und Getränke gefördert, die Zucker (auch Frucht- und Milchzucker) enthalten. Kommen noch Säuren hinzu, wie sie in Nahrungsmitteln wie Obstsäften oder Früchten enthalten sind, wird der Zahnschmelz zusätzlich angegriffen.

Nützliche Helfer - Karies, Gingivitis, Parodontitis

Karies, Gingivitis, Parodontitis

Während Karies den einzelnen Zahn zerstört, befällt Parodontitis den gesamten Zahnhalteapparat – erst das Zahnfleisch, nach und nach den Kieferknochen und das Gewebe, welches die Zahnwurzel mit dem Knochen verbindet. Auch Parodontitis wird von Bakterien verursacht und entsteht schleichend über Jahrzehnte hinweg. Im Gegensatz zu Kariesschäden lässt sich der Zahnhalteapparat kaum reparieren – Zahnausfall ist die Folge. Schlimmer noch: Mit einer Parodontitis steigt das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Erste Anzeichen einer beginnenden Parodontitis ist entzündetes Zahnfleisch (Gingivitis). Zahnfleischbluten ist oft schon ein klarer Hinweis auf eine Parodontitis. Jeder fünfte über 40 Jahre ist betroffen – in diesem Alter verlieren mehr Menschen ihre Zähne durch unbehandeltes Zahnfleischbluten als durch Karies.

Nützliche Helfer - Paradigmenwechsel in der Prophylaxe

Paradigmenwechsel in der Prophylaxe

Führende Dentalmediziner haben deshalb ihre Prophylaxe längst auf die Bekämpfung von Parodontitis ausgerichtet und geben der Sicherung des Zahnhalteapparates erste Priorität. Aus einer modernen Parodontitis-Prophylaxe resultiert automatisch eine Karies-Prophylaxe, denn bei beiden Zielen geht es um dasselbe, nämlich Plaque zu entfernen. Schliesslich ist sie der Grund sowohl für Karies wie auch für Gingivitis und in der Folge für Parodontitis.

Konkret: Wer sowohl die Zähne wie auch die Interdentalräume richtig reinigt, hat beste Voraussetzungen,seine Zähne ein Leben lang zu behalten. Und dazu braucht es Zahnbürste, Interdentalbürste und Zahnseide.

Übrigens: Kariesschäden lassen sich reparieren. Gingivitis kann man heilen (und zwar ziemlich leicht mit Bürstchen und Seide). Parodontitis jedoch ist nicht mehr heilbar. Eine gute Zahnpflege lohnt sich also – zumal sie mit den richtigen Produkten eine richtige Freude sein kann.

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